Elektronen unter Stress
Shownotes
Damit Strom in einer Leitung fließen kann, ist elektrische Spannung erforderlich. Vereinfacht gesagt: Erhöht man die Spannung, kann viel Strom fließen. Reduziert man die Spannung, fließt weniger Strom. Für hohe Spannungen braucht man entsprechend starke Leitungen, bei niedrigen Spannungen reichen spirgeldünne Kabel aus. Besonders hoch ist die Spannung auf der Höchstspannungsebene. 220.000 Volt und mehr.
Der Begriff „Spannung“ ist daher für Stromnetzbetreiber eine extrem wichtige Kenngröße. Und daher kann man sagen, dass die Übertragungsnetzbetreiber cineastisch betrachtet die Thriller-Spezialisten unter den Netzbetreibern sind. Sie bieten Nervenkitzel pur. Niederspannung 230 Volt bei uns zu Hause an der Steckdose entspricht dem Kinderfernsehen, die Mittelspannungsebene (15.000 – 30.000 Volt) ist ZDF-Vorabendprogramm und die Hochspannungsnetzbetreiber (110.000 Volt) sind auf ARD-Tatort-Niveau unterwegs.
Merkwürdiger Vergleich? Spannung auf der Kinoleinwand oder am Fernsehbildschirm hat mit An-Spannung zu tun. Gerade bei Action-Thrillern stehen unsere Nerven unter Druck, wir fiebern mit den Protogonisten mit, wollen keine Sekunde verpassen. Drehbuchautoren entwerfen zwischen Anfang (also dem Problem) und Ende (also der Lösung) einen sogenannten Spannungs-Bogen. Und über viel Spannung kann man nicht nur viel Strom, sondern auch im Film sehr viele Informationen transportieren. Auch wenn in vielen Filmen die Information ausschließlich aus Explosionen oder Verfolgungsjagden besteht.
Beim Stromkreis ist es ähnlich wie im Kino. Elektronen fließen laut der physikalischen Stromrichtung vom Minuspol zum Pluspol. Am einen Pol drängeln sich die Elektronen – am anderen herrscht ein Mangel. Erhöht man in einem elektrischen Leiter die An-Spannung zwischen diesen beiden Polen, können wesentlich mehr Elektronen hindurchflitzen und es fließt mehr Strom. Die Elektronen werden also unter Stress gesetzt. Das macht sie ziemlich reizbar und gefährlich. Genauso wie Hannibal Lecter im „Schweigen der Lämmer“.
Erneut Gesprächspartnerin in dieser Folge ist Anne-Katrin Marten, Leiterin der Operativen Systemführung bei 50Hertz. Die Systemführung ist dafür verantwortlich, dass nicht nur die Frequenz 50Hz rund um die Uhr eingehalten wird, sondern auch dafür, dass es im Übertragungsnetz jederzeit „höchstspannend“ bleibt.
Weitere Informationen dazu: Spannungshaltung (50hertz.com) Blog: https://de.linkedin.com/pulse/ist-eigentlich-elektrizit%C3%A4t-1-volker-gustedt Buch: https://buchshop.bod.de/strom-fuers-hertz-volker-gustedt-9783756885213
Weitere Informationen zum Thema Strom und Stromnetze gibt es auf diesen Internetseiten von 50Hertz und den anderen deutschen Übertragungsnetzbetreibern Amprion, TenneT und TransnetBW:
Netzentwicklungsplan Strom: https://www.netzentwicklungsplan.de/ Mehr zu Netztransparenz: https://www.netztransparenz.de/
Wer sich für Zahlen, Daten, Fakten interessiert, dem empfehle ich die Energy-Charts des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme: https://www.energy-charts.info/index.html?l=de&c=DE
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken der wundersamen Welt des Stroms.
Impressum:
Der podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion von Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.
50Hertz Transmission
Bereich Kommunikation & Politik
Heidestraße 2
10557 Berlin
www.50hertz.com
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