Was bringt Offshore-Vernetzung?
Shownotes
Offshore-Vernetzung meint den Aufbau eines Stromnetzes, das Offshore-Windparks und Umspannwerke auf See miteinander verbindet und diese gemeinsam mit dem Festland verknüpft. Bisher wurden Offshore-Windparks in der Regel über separate Leitungen direkt mit dem Übertragungsnetz an Land verbunden („Punkt-zu-Punkt-Verbindungen“). Die Offshore-Vernetzung verfolgt jedoch einen neuen und effizienteren Ansatz: Verschiedene Windparks werden untereinander verbunden, sodass ein gemeinsames, vermaschtes Offshore-Netz entsteht.
Über dieses Thema sprechen in dieser Podcast-Folge Dr. Anne-Katrin Marten, Leiterin der Operativen Systemführung und Dr. Henrich Quick, Leiter Offshore bei 50Hertz.
Das Herzstück solcher Vernetzung sind Netzknoten. Das können Offshore-Plattformen mit Umspannwerken auf dem Meer sein oder auch an Land sein, von denen aus sich der Stromfluss flexibel steuern lässt. Mit einer Offshore-Vernetzung können Stromströme besser koordiniert werden, denn sie fließen nicht mehr nur in eine Richtung, sondern können je nach Bedarf weitergeleitet oder umgelenkt werden. Technisch wird das durch die Anbindung an Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Systeme unterstützt, die große Strommengen effizient und verlustarm über weite Entfernungen transportieren können.
Diese Vernetzung bietet entscheidende Vorteile: Sie erhöht die Versorgungssicherheit, weil Störungen oder Ausfälle einzelner Leitungen besser ausgeglichen werden können. Außer-dem können Netzengpässe vermieden und Überkapazitäten flexibler gesteuert werden, was der Einbindung erneuerbarer Energien enorm hilft. Die Baukosten sinken, weil weniger Kabel und Plattformen benötigt werden, was wiederum die Auswirkungen auf die Umwelt verringert.
Zukunftsorientiert bedeutet Offshore-Vernetzung auch den Weg hin zu internationalen Stromnetzen: Länder wie Deutschland, Dänemark, die Niederlande oder Belgien arbeiten daran, ihre Offshore-Anlagen zu verbinden und ein grenzüberschreitendes Netz in der Nord- und Ostsee aufzubauen. In diesem Zusammenhang ist von „hybriden Interkonnektoren“ die Rede. So kann Windstrom zwischen den Ländern flexibel genutzt werden. – ein wichtiger Schritt für die Energiewende, Versorgungssicherheit und für eine nachhaltige Transformation des europäischen Energiesystems.
Das Projekt Bornholm Energy Island in der Ostsee ist das am weitesten fortgeschrittene Projekt eines „hybriden Interkonnektors“. Es soll bis Mitte der 2030er Jahre realisiert werden und 3 Gigawatt Leistung auf Deutschland und Dänemark verteilen.
In einem kleineren Maßstab ist ein weiterer hybrider Interkonnektor bereits seit einigen Jahren voll in Betrieb – die Combined Grid Solution – Kriegers Flak ebenfalls in der Ostsee zwischen Deutschland und Dänemark.
Impressum:
Der Podcast „Strom zum Anfassen“ ist eine Produktion der Klangkantine Studios im Auftrag von 50Hertz.
50Hertz Transmission Bereich Kommunikation, Politik und Reputationsmanagement Heidestraße 2 10557 Berlin www.50hertz.com podcast@50hertz.com
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